August 16, 2015 malindkate 0Comment

… denn die Welt da draußen ist schön! Auch ohne Filter und Kommentaren, likes und followern.

Da ich jetzt auf 3 unterschiedliche Arten binnen 10 Monate nicht erreichbar war möchte ich heute meine Gedanken zu Handys, dem Internet und co mit euch teilen. Ich habe absolut kein Problem mal einige Tage ohne Telefon zu verbringen, auch wenn es am Anfang etwas Nervosität auslöst, muss ich sagen – damit komm ich durchaus klar. So eine handylose Zeit, das ist schon was tolles. Einfach mal nicht ständig 24/7 erreichbar sein, das tun worauf man gerade Lust hat, und das mit vollem Herzen. Ohne dabei ständig “mal kurz nachzusehen”.

Und wie ich so ein paar Tage kein Handy hatte (ja ich bin wirklich sehr ungeschickt was meine smarphonies betrifft hihi) wurde mir in meiner Umwelt einiges noch stärker bewusst. Deshalb möchte ich in den folgenden Absätzen meinen Gedanken zum Thema Handy, Internet und das Gefängnis in dem sich viele damit befinden freien lauf lassen:

Wer kennt sie nicht? Wen ich meine? ALLE. Alle.alle.alle.alle. In der U-Bahn und im Bus, während des Autofahrens und während sie über die Straße gehen. Ja sogar beim Date. Beim Dinner zu zweit. Während des Essens. Vor dem Fernseher, im Bett, mitten in der Nacht wenn man kurz aufwacht weil es einfach zu heiß ist.

Menschen, die ihr Handy einfach nicht aus der Hand legen können. Die nervös werden, wenn der Akku schwach wird, oder sie ihr Smartphone für 5 Sekunden nicht finden. Nicht nur zum telefonieren meine ich, nein viel mehr auch um “omni-online” zu sein: immer zu wissen, wer gerade was macht. Damit alles schneller geht und man noch echter sein ganzes Leben im WWW zeigen kann.

Immer neue Apps werden entwickelt, immer neue Technologien auf den Markt gebracht. Wo bleibt sie nur die Google Brille, die uns alle immer filmt? Ich warte nur darauf, denn hat man früher noch auf Facebook alles kommuniziert, wird hier nur noch das top of the top zielgenau gepostet. Instagram darf es da schon öfter sein, auf Twitter darf man einfach alles sagen und snapchat verschwindet ja ohnehin, da können wir uns schon mal nackt zeigen. KINDER !!! Ich möchte ja nicht altbacken wirken, aber schenkt dem Internet nicht alles! Und schon gar nicht, nur um anderen zu gefallen. Denn ok, auch ich nutze diverse soziale Kanäle. Ja ich habe einen Blog und ja, ja, ja, IG; snapchat und facebook ebenfalls. Aber ich messe mich nicht mit anderen. Ich möchte anderen gerne einen Einblick geben, ja, ich möchte, dass andere sich für mich freuen und möchte wiederum Freude bereiten mit dem was ich kommuniziere. Das letzte, an das ich dabei denke ist, dass ich andere damit schlecht machen möchte, jemanden gezielt anzugreifen oder Ähnliches. Deshalb ist so einiges für mich einfach nicht verständlich.

Letztens gingen ein Junge und ein Mädl einige Häuserblöcke hinter mir und unterhielten sich. Darüber, dass XY das nur gepostet hat, um sie zu ärgern. “und hast du den Kommentar letztens gesehen?” “Natürlich!” Ich frage mich, warum man sich die Mühe machen muss und andere via Internet angreifen? Oder überhaupt davon ausgeht, dass man etwas zu Fleiß postet? Wo ist die Zeit geblieben, als man sich die Meinung noch direkt ins Gesicht gesagt hat. Darüber gestritten und sich schließlich wieder vertragen hat? In der Schnelligkeit der Zeit ist Beständigkeit verloren gegangen. Werden Freunde ersetzt – via Facebook vorgeschlagen. Beziehungen hergeschenkt, weil das WWW so viele “bessere Optionen bietet”. Das kotzt mich an. (und deshalb werde ich genau das Thema – Internet und Freundschaft in einem weiteren Beitrag etwas näher thematisieren…)

Das Internet ist mehr. Mehr.mehr.mehr. Aber mehr von was? Du stalkst immer noch deinen Ex? Du weißt wie seine Neue im Bikini aussieht? Toll bist du. Der Begriff Starker sagt dir etwas? Immer wissen was wer gerade macht, weil das Internet verrät es ohnehin. Aber ist das wirklich so toll? Wollt ihr wirklich, dass das Internet der Mittelpunkt eures Lebens wird? Ach, ich vergas, das ist er wohl schon.

Auch scheint es so, dass man niemandem mehr was persönlich erzählen muss. “Hast du schon gesehen, ich hab´es eh schon hochgeladen.” Da frage ich mich doch, wollen wir uns nicht mal lieber wieder auf einen richtig guten Kaffee sehen? Ewige Stunden Brunchen oder eine Nacht lang Wein auf der Terrasse trinken und uns die Dinge persönlich erzählen, ehrliches Feedback bekommen und nicht einfach ein “like”?

Jeder muss sicherlich für sich selbst die Grenze ziehen. Sich bewusst sein, will ich das wirklich? Tue ich das für mich, oder evtl. nur um anderen zu gefallen? Gefalle ich mir eigentlich selbst? Oder mag ich mich nur, wenn andere mich liken? Wer bin ich eigentlich und möchte ich so sein, wie all diejenigen, die den Blick aus dem Bus nicht wagen, den Sonnenuntergang lieber auf Instagram sehen anstatt den Kopf zu heben, sich zurück zu lehnen und den Moment zu genießen? Möchtet ihr die Welle zu Ende reiten oder seid ihr nur geil auf ein tolles Foto? Möchtet ihr mitten in der Nacht lieber wissen wer auf welcher Party nun wen kennen gelernt hat und auf facebook als Freund geadded oder entscheidet ihr euch dafür, euch eurem Liebsten zu zu drehen, euch an ihn zu kuscheln und wirkliche Nähe statt einem like zu verspüren?

Leute, denkt mal nach was ihr mit eurem Leben macht. “Lebe im hier und jetzt” sollte nicht nur euer Handyhintergrund sein, sondern legt das Ding mal zur Seite und macht worauf ihr richtig Lust habt. Schaut den Menschen in die Augen und lacht mal wieder im echten Leben.

Ich weiß, dieser Blogeintrag ist vielleicht etwas verallgemeinernd, und diejenigen die es nicht betrifft werden sich dadurch auch nicht angegriffen fühlen, sondern vielmehr in ihrem Denken bestätigt. Ich musste das bloß einfach mal loswerden jetzt, auch wenn ich das Internet liebe. Um mit Freunden während meiner Reisen in Kontakt zu bleiben und andersrum mit neuen Freunden von Reisen. Man darf es nur nicht übertreiben. Sonst sieht man vor lauter WorldWideWeb die reale Welt nicht mehr.

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